Via Alpina - grüner Weg  
   
     
  Die beste Beschreibung der Via Alpina durch die Schweiz gibt es hier:  
     
  https://schweizmobil.ch/de/wanderland/route-1  
     
  Wir sind die Via Alpina im Juli 2026 von Sargans nach Adelboden gelaufen (12 Wandertage mit 189km). Die beiden ersten Etappen haben wir aus logistischen Gründen weggelassen. Zurück ging es mit dem Zug. Es empfiehlt sich für die gesamte Zeit die Halbtax-Karte (140 Franken für 30 Tage) zu kaufen. Alle Busse, Seilbahnen und die Rückfahrt mit der Bahn (regulär 130 Euro) kostet dann nur die Hälfte. Wir nutzten immer wieder Busse und Seilbahnen  um die regulär viel zu langen Tagesetappen von 22-33km auf ein erträgliches Maß von 12-18 km zu reduzieren.  
     
  Sargans - Weistannen  
   
     
  Das erste Stück von Sargans nach Weistannen, 13km 880Hm, könnte man auch mit dem Bus fahren. Wir haben es zum Einlaufen genutzt. Oft merkt man erst am ersten Tag ob der Rucksack, die Schuhe oder die Socken passen. Gut wenn das dann noch kein Gewaltmarsch ist. Die Pension Gemse in Weistannen ist sehr gemütlich und das Essen ist zu empfehlen. Die Wirtin hat uns dankenswerter Weise am nächsten Morgen für 30 Franken zum Ausgangspunkt unser Wanderung, die Bäsebeiz Walabütz, gefahren. Der Linienbus fährt nur am Wochenende dort hin und somit hätte man 4km mehr zu wandern. Es bleiben trotzdem 17km über den Foopass, und runter nach Elm, mit insgesamt 1.053 Höhenmetern.  
     
  Weistannen - Elm (hier der Foopass)  
   
     
  Wir haben unser Gepäck (ca. 10kg) selbst getragen. Es gibt auf der Seite von Schweizmobil und bei Eurotrek auch Gepäcktransportmöglichkeiten. Ob der ökologische Fußabdruck einer solche Tour hat dann zu einem Wanderurlaub passt, muss jeder selbst wissen. Bei mir waren 2kg Fotoausrüstung dabei, bei Kerstin 2kg Hundeführer. Wir ertragen das :-) Mit einem guten Hüftgurt spürt man das Gewicht eigentlich nicht. Die restliche Ausrüstung samt Rucksack wiegt 7kg, dazu 1L Wasser und eben unsere beiden "Extras".  
     
  Elm - Linthal (hier Blick zum Richetlipass)  
   
     
  Von Elm aus kann man mit dem Linienbus zur Schihütte Obererbs fahren. Spart 10km und einen mühsamen Aufstieg. Alternativ gäbe es eine Seilbahn zur Bergbeiz Älpli, aber auch das wären dann noch 20km zu laufen. Der Weg hoch zum Ärbser Stock ist sehr steil, oben angekommen hat man eine grandiose Aussicht. Man durchquert eine sumpfige Wiesenlandschaft, die Wichlenmat und dann geht es auf den Richetlipass 2261m. Der Weg hinunter ist steil aber unglaublich schön. Ziel Linthal. (10,3km, 743Hm)  
     
   
     
     
  Linthal - Urner Boden  
     
  Wir haben die Zahnradbahn von Linthal hoch in die Autofreie Ortschaft Braunwald genommen. Das Wetter war heute eh ein bisschen trüb. Ab Braunwald läuft man fast ohne Höhenmeter nach Urner Boden, wir blieben ca. 1,7km vor dem Ort in der Pension Sonne, wo man sehr gut Essen kann. An der Wirtin ist eine Sterneköchin verloren gegangen, sie zaubert einem richtig tolle Sachen auf den Teller. Absolute Empfehlung. Das Zimmer mit Balkon hat super Blick auf den Sonnenaufgang. Außer ein paar Wanderern ist man völlig alleine hier.  
     
     
   
     
  Urner Boden - Altdorf Ur  
  Von Urner Boden sind wir mit der winzigen Seilbahn hoch auf den Fistenpass und dann den Wanderweg 588 zum Chlaridengletscher und dessen tollen Gletschersee gelaufen. Die Via Alpina wäre hier, meiner Meinung nach, langweilig  parallel zur Straße bis zum Klausenpass verlaufen. Am Chlaridenbödemli kommt man auf 2165m und dann geht es  hinunter zum Klausenpass, wo der Bus am Nachmittag stündlich nach Altdorf hinunter fährt. Der Preis (49 Franken für 2 Personen mit Hund) ist dann allerdings kein Spaß. 12,4km, 647 Hm.  
     
     
     
   
     
     
   
     
  In Altdorf empfehlen wir und scheinbar auch die Einheimischen das Hotel Höfli. Tolle Zimmer, tolles Essen und nicht weit vom Ortskern entfernt. Am nächsten Morgen geht es erst wieder hoch mit einer kleinen Seilbahn zum Berghaus Brüsti, die Bahn fährt nur, wenn man klingelt, sie ist so unscheinbar klein, dass man sie fast übersieht. Wir fragten unserer Mitfahrerin, warum hier nichts los ist. Sie sagte: "sind wir froh, dass es hier noch so schön ist, es gibt auch überrannte Orte in der Schweiz". Wohl war.  
     
  Altdorf Ur - Engelberg  
     
   
     
  Die Wanderung hoch zum Surenenpass war ein absolutes Highlight. An senkrechten Wänden vorbei, immer mit endlosem Fernblick, Wasserfällen und kleinen Weihern. 18,7 km, 1.003 Hm  
     
   
     
  Der Blick vom Surenenpass 2292m, hinüber zum Titlisgletscher ist nicht von dieser Welt.  
     
   
  Blick auf den Titlis 3298m.  
     
   
     
  Bevor man den langen Weg hinunter nach Engelberg läuft geht rechts eine Seilbahn nach Oberziebln. Wir haben sie nicht genutzt, es ist aber vielleicht eine höhenmetersparende Alternative, da man insgesamt fast 19km zu laufen hat. Wir wanderten einige Tage zeitgleich mit einer angelsächsischen Gruppe aus England, Wales und der USA, die haben die Seilbahn  genutzt und waren zeitgleich mit uns im Tal, obwohl wir zuvor immer ca. 40 Minuten voraus waren. Der Bus nach Engelberg ist kostenfrei, so wie im gesamten Gebiet von Engelberg.  
     
  Engelberg - Meiringen  
     
   
     
  Von Engelberg nahmen wir die Seilbahn hoch zum Jochpass, wir hatten trübes Wetter und da wäre der Aufstieg eh nicht schön gewesen. Von Engelberg aus fahren die meisten Asiaten gleich hoch auf 3000m in ein Gletscherhotel wo man im absolutem Luxus,  den Gletschern  beim Sterben zuschauen kann. Oben am Gletscher hat man den Honks noch eine Hängebrücke über das Eis für ihre Insta-Selfies gebaut. Sieht von weitem aus wie eine riesiges Monster aus Eisen.


Auf dem Weg nach Meiringen über die Tannalp ist man dann erfreulicherweise sehr einsam unterwegs.
 
     
   
     
  Die Strecke  verläuft toll am ausgesetzten Grat entlang. Leider zogen dichte Wolken mit Gewittern auf, so dass es gefährlich wurde und wir wahrscheinlich nicht die letzte Seilbahn ins Tal geschafft hätten. Wir drehten ab und liefen hinunter nach Melchsee-Frutt, wo eine gigantische Seilbahn für 60 Franken ins Tal fährt. Von dort mit Bus und Bahn weiter nach Meiringen. Sicher ist sicher und leichtsinnig sollte man in den Bergen nie werden.  
     
   
     
  Meiringen - Grindelwald  
     
   Die Strecke wird immer spektakulärer, ab Meiringen allerdings auch etwas mehr Wanderer. 13,4km, 694 Hm, Wir sind mit dem Bus hoch bis zur Schwarzwaldalm gefahren. Somit überspringt man die Etappe Meiringen - Engstlenalp und es geht gleich nach Grindelwald weiter.

 Morgens hat es tatsächlich noch ein bisschen geregnet, die erste halbe Stunde verbrachten wir im Gasthaus, danach wurde es richtig toll. An senkrechten Wänden geht es durch eine Landschaft, die J.R.R. Tolkien wohl zu seinem Herr der Ringe inspiriert hat. Er kam aus dem verrusten England und der beginnenden Industrialisierung. Das Böse  waren Saurons Hochöfen die dabei waren die heile Natur des Auenlandes zu zerstören. In vielen Teilen der Welt haben sie es geschafft.
 
   
     
   
     
  Unser Blick morgens vom Hotel Gletscherblick in Grindelwald (oben).  
     
  Grindelwald - Lauterbrunnen  
     
   
     
  Blick vom Bahnhof Grosse Scheidegg hinüber zum  Aiger. 

Die meisten Touristen fahren hier mit der Zahnradbahn hoch zum Jungfrau-Gletscher, nur wenige wandern weiter nach Lauterbrunnen. Oben kann man schön Mittag machen, die Massen verlaufen sich, die Aussicht ist grandios. Ab Wengen haben wir die Bahn hinunter nach Lauterbrunnen genommen (14 Franken).
 
     
  Lauterbrunnen - Griesalp  
     
   
     
  Es wird noch spektakulärer, unserer Meinung nach eines der schönsten Abschnitte.
Man nimmt am besten den Bus bis Mürren und spart sich so ein ganzes Stück durch die Wälder. Tief eingeschnittene Täter faszinieren und mittags lockt die Rotstockhütte. Bis hierher sind noch einige Tagesausflügler unterwegs. Dann ist man wieder alleine.
 
     
   
     
  Der Weg hoch zur Sefinafurgga 2611m ist steil und geröllig, aber spektakulär. Die letzten Meter sind mit steilen Holzstufen gesichert.  
     
     
   
  Wir hatten Pech, oben waren wir in den Wolken. Also auf Geröll einfach wieder runter zur Griesalp, ein einsames Hotel in den Bergen. Tolles Essen!  
     
     
  Griesalp - Kandersteg  
   
     
  Es geht wieder steil hoch über Geröllfelder und zum Schluss mit Holzstufen. Oben am Hohtürli ein spektakulärer Fernblick. Oben ist einiges los, aber es verteilt sich. Man merkt, dass einige Tagestourer vom Oeschinensee hoch kommen. Die letzten 80 m hoch zur Blümlisalphütte 2835m lohnen sich.  
     
   
     
  Hohtürli 2778m  
     
   
     
  Die Aussicht war die Mühe wert.  
     
   
     
     
     
   
     
  Auch der Abstieg ist wieder phänomenal. Am Oeschinensee wird es dann richtig voll. Unendlich viele Asiaten und Araber lockt Tiktok hierher. Der wirklich schöne See wird seit einigen Jahren so überrannt, dass man Timeslots für die Auffahrt mit der Seilbahn einrichten musste.  
     
   
     
     
  Kandersteg - Adelboden  
     
   
     
  Es geht hoch zur Bunderchrinde, wir nutzen zuvor die kleine Seilbahn am Ortsende Kandersteg zur Unteren Allme (1731m)  und queren dann von der Oberen Allme auf einem ziemlich steil ausgesetzten Geröllfeld (als T2 ausgewiesen) rüber zur Bunderchrinde 2383m. Trotz Seilbahn noch mal ein knackiges Stück mit 18km und 1600 Höhenmetern und ein krönender Abschluss. Völlige Ruhe, nur drei Wanderer auf dieser Traumroute.  
     
   
     
   
     
  Der letzte Abstieg nach Adelboden, geschafft !  
     
   
     
  Hier habe ich noch unsere genutzten Hotels eingefügt. Richtig "schlecht" ist die Hasli Lodge in Meiringen, jede Jugendherberge wäre schöner. Top waren Raben, Höfli, Terrace und Bristol. Das Ganze ist natürlich nicht billig, aber ein schönes Zimmer und vor allem ein gutes Bett ist nach einer anstrengenden Wanderung in unserem Alter ;-) ´was wert. Mit Bus und Bahn, Vignette, Essen und Getränken  haben wir 6.600 Euro ausgegeben. Man muss sich beim Abendessen daran gewöhnen, dass man 150 Euro aufwärts braucht...  
     
   
     
  In Sargans, beim Hotel Anton, konnten wir unser Auto für 5 Franken pro Tag für 12 Tage parken.