Radtour Peru - Bolivien - Chile 2025  
  Arequipa - Altiplano - Antofagasta  
  Blog: Camino-de-Sal  
  Die gpx-Koordinaten zur Tour gibt`s hier: Outdooractive.com  
     
  Grober Verlauf:


 Arequipa - Talamolle - Omate - Rio Tambo - Muylaque - Vulkan Ticsani - Santa Rosa - (per Bus) Llave - Yunggoyu - Bolivien: Copacabana - Huatajata - Viache - Patacamaya - Oruro - Poopo - Santiago de Huari - Salinas de Garci Mendoza - Chantani - Salay Uyuni - San Juan - Chile: Ollagüe - Chiu Chiu - Calama - Baquedano - Antofagasta.
 
     
  Hier habe ich lediglich ein paar allgemeine Tipps aufgeführt:  
     
   
     
  Anreise:

Mit Iberia/Latam lief wieder alles problemlos. Die Mitnahme der Räder kostet 90 Euro pro Stück/pro Strecke. Wir hatten in beiden Richtungen Glück und es wurde gar nichts verlangt.
Zu unserer Überraschung wurden unsere Fahrräder von den winzigen Manschinen der Air Nostrum in München transportiert und passten offensichtlich in den Gepäckraum. Die Anmeldung erfolgte bei der Frankfurter Zentrale Iberia per Telefon. Wenn man mal den Sprachroboter überwunden hat, geht es in schlechtem Englisch weiter.
Bei Latam hieß es, wenn die Räder bei Iberia angemeldet sind, reicht das. Hat tatsächlich gestimmt.
In Lima mussten wir unser Gepäck nicht entgegen nehmen, es war durchgecheckt. Es gab keine Fragen zu den Rädern beim Zoll. Auch eine Drohne wäre kein Problem gewesen. Es gab weder das bei den Drohnen-Seiten behauptete Formular (gilt nur für Peruaner) noch eine Frage nach einer Drohne !! Da haben wieder Bots von Bots abgeschrieben (schlimm!) Nur Peruaner müssen eine Erklärung zur Einfuhr von Elektronik u.ä. machen.

 
   
     
  Unterwegs:

Das erste Drittel der Strecke verlief auf der sehr gut beschriebenen Camino de Puma von bikepacking.com. Man macht allerdings sehr viele Höhenmeter und irgendwann merkt man, dass man nicht vorwärts kommt. Daher sind wir auf der Nationalstraße 36A (kurz nach dem Pass Abra Huaytari auf 4800m )geradeaus weiter nach Santa Rosa gefahren. Verkehr gibt es fast keinen, dafür Asphalt. Außerdem ein bisschen mehr Infrastruktur.

Ab dem Titicaca-See haben wir uns auf Asphaltstraßen bewegt. Hier sieht man auch die meisten Radfahrer von Cusco kommend, Richtung Uyuni. Die Strecke kann man sich ehrlicherweise aber sparen.  Zuviel Verkehr - auch wenn der Seitenstreifen sehr breit ist - und eigentlich keine Highligths.

Schön wirds wieder wenn man diesen Highway verlässt und  Richtung Salinas de Garci Mendoza in die nördliche Strecke auf den Salar Uyuni einbiegt.

Bis zur Grenze Chile gibt es dann wieder Schotter und leider auch sandige Abschnitte. Ab hier zudem ab 12:00 täglich heftigen Gegenwind.
 
     
   
     
  Verplegung:

 Man Es muss täglich sehr genau geprüft werden, wo es Wasser gibt und wieviel man verbraucht. Alle Wasserstellen sind im Blog sehr ausführlich genannt.
Wir kamen pro Tag mit 5-6 Liter pro Person aus. Wenn der Folgetag nicht gesichert war, haben wir 8 Liter transportiert. Die Wassersäcke haben sich nicht bewährt. Die Tiendas (Läden) haben aber oft 5 oder 6 Literflaschen, die erstaunlich viel aushalten und besser zu verschnüren sind. Zu Essen gibt es in den Kneipen meist Hühnchen (Pollo) mit Reis oder Kartoffel (Patatas), für 2-5 Euro. Oft heißen diese Gaststätten Polleria o.ä., sie waren alle zuverlässig gut.
Man kann zwischen einem Flügel, einem Viertel oder einem halben Hähnchen wählen.

 Brot zu finden ist eine Herausforderung. Wir haben uns mehrmals mit Panetone-Kuchen beholfen, die bleiben weich und frisch, sind überall verfügbar und halten scheinbar ewig. Zumindest haben wir keine Verpackung mit Verfallsdatum gefunden. Wir haben auch Salat gegessen und Leitungswasser genutzt. Lediglich in einem ****Sterne-Hotel in Copacabana hatte ich mal 1 Tag Durchfall - typisch!

Viele Tiendas erkennt man erst auf den zweiten Blick. Meist sind es offene Eingangstüren mit einem halbhohen Gitter davor. Man muss dann sagen was man will, Betreten ist meist nicht möglich. Das macht es umso schwieriger nicht so alltägliche Sachen zu bekommen. Z.B. Kocherbenzin.
 
  Wir haben uns in Arequipa 2x600ml Benzina Bianca (Waschbenzin) für den Benzinkocher von SOTO besorgt. Das Zeug gibt es in Peru in Ferreterias (Eisenwarenläden). In Bolivien wird es dann schon schwierig bis unmöglich. Am Grenzübergang von Peru nach Copacobana/Bolivien gibt es noch einen entsprechenden Laden - also lieber rechtig Nachschub kaufen! Benzin brennt auch über 4.000m sehr gut, das Wasser kocht hier schon ab 80 Grad, also mehr Benzin bei der Zubereitung z.B. für Nudeln (10.min!!) einplanen.
 
     
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  Sicherheit:

Über Peru und Kriminalität hatte ich zuvor viel schlimmes gelesen. In Arequipa war davon überhaupt nichts zu spüren, wir waren 3 Nächte auch in dunklen Gassen unterwegs. Auf den Strecken bis zum Titicaca-See sieht man eh fast keinen Menschen, mal abgesehen von ein paar winzigen Dörfern. Alle sind nett und hilfsbereit. Es kamen nachts mehrmals Einheimische ans Zelt, aber immer nur um uns eine gute Reise zu wünschen und nach unserer Strecke zu fragen. Man hat uns oft auch gefragt ob wir was brauchen.

In Bolivien ist Kriminalität sowieso kein Thema, in La Paz waren wir wegen der Abgase eh nicht.

Chile ist eh die Schweiz Südamerikas, auch wenn man (zumindest in Antofagasta) viele Junkys sieht. Es gibt viel Polizei . Zumindest Ladendiebe sind scheinbar ein Problem, weil gefühlt an jedem Laden ein Securty-Mann steht.
 
     
   
     
  Höhenkrankheit:

Wir hatten, bis auf den ersten Tag, keinerlei Probleme. Zur Sicherheit hatten wir ein Medikament  AZEMIT, Wirkstoff Acetazolamid, dabei. Das bisherige Medikament DIAMOX hat seine Zulassung verloren und ist nicht mehr erhältlich. Acemit ist eigentlich zur Behandlung von Glaukomen (Grüner Star), mein HNO-Arzt hat es mir ohne weiteres verschrieben.

Die Camino de Puma verläuft im Uhrzeigersinn, dann würde man somit gleich am zweiten Tag über 4300m kommen. Wir sind entgegengesetzt, Richtung San Cristobal, gefahren und hatten so mehrere Tage die Gelegenheit uns zu aklimatisieren.
 
     
   
     
  Gesundheit:

Wir hatten große Probleme  mit den Nasenschleimhäuten. Die Luft ist so extrem trocken, dass morgens alles verkrustet ist. Man muss erst erst etwas trinken, damit man Schneuzen kann, dann kommt eine Mischung aus Kruste und Blut (sieht aus wie eine Packung Frutti de Mare ;-) 
Ohne Hyaloron-Nasentropfen hätte ich es nicht ausgehalten. Also mitnehmen! Normale, abschwellende Nasentropfen sind auch sehr empfehlenswert, weil man einfach mehr Luft bekommt, wenn die Luft dünner wird.
 
     
   
     
  Ausrüstung:

Wir waren wieder begeistert über die Schwalbe Reifen Johnny Watts, 27,5"x2,6, sie halten einfach alles aus. Selbst die messerscharfen Salzkristalle am Salar Uyuni waren kein Problem. Wir sind die letzten 10km querfeldein gefahren und es klang wie eine Fahrt über Glasscherben. Wir waren tubeless unterwegs und hatten keinen einzigen Platten.

Bei Youtube und Co gibt es ja unzählige Ersties die ihre umfangreiche Ausrüstung präsentieren.... Da möchte ich gar nicht viel dazu sagen. Bewährt hat sich eine 3-fach Solarzelle von Anker, da man unterwegs logischerweise nirgends Strom bekommt. Mit der Solarzelle lade ich eine 20.000er Powerbank. Das reicht für die Handys und das Navi von Garmin (Montana 800).
Die Steckdosen in allen drei Ländern ensprechen unseren europäischen.
Auf Luftdruck an einer Tankstelle sollte man sich nicht verlassen, die Geräte sind fast immer defekt. Alternativ kann man die vielen Llanterias nutzen, die an jedem Ortseingang an ihrem Altöl zerstören.
 
     
   
     
  Preise:

In Peru kommt man als Radfahrer (zu zweit) mit ca. 30 Euro am Tag aus, Zeltplätze gibt es eh nicht. Wild Zelten ist überall kein Problem und erlaubt. Die Grundnahrungsmittel sind spotbillig.
Zimmer bekommt man für 10-30 Euro für ein Doppelzimmer, Luxus darf man nicht erwarten. Wir hatten immer Zimmer mit eigenem Bad. Ohne wäre nochmal 50 Prozent billiger.
In Bolivien wird es noch günstiger. An den Wechselstuben bekommt man einen ca. 30 besseren Kurs, als auf der Bank. Wir hatten 1.500 Dollar dabei, das Wechseln ist problemlos und niemand hat uns beschissen oder gefälschte Scheine auf`s Auge gedrückt.
 In Bolivien kommt man mit 20 Euro am Tag aus. Abgesehen von den Touristenfallen bei Uyuni, wo US-Preise verlangt werden. Da braucht man am Tag soviel wie sonst in einer Woche.
In Chile wird es dann relativ teuer, sollte man Zimmer nehmen und Essen gehen. Wir haben für eine Woche Chile fast soviel Geld gebraucht, wie für die restlichen 5 Wochen. Die Preise entsprechen in etwa denen in Deutschland.
Im Restaurant zahlt man 75 Euro aufwärts zu zweit, man sollte aber berücksichtigen dass das nicht mit den anderen beiden Ländern vergleichbar ist. Es gibt eine Speisekarte und die wesentlich mehr Auswahl.