Gebrauchsanweisung Türkei (Tipps für Unterwegs)


Verkehrs”regeln”:

Als erstes die Gute Nachricht: Es ist nicht so schlimm wie man immer liest. Der Fahrstil ist zwar chaotisch aber sehr berechenbar. Man verständigt sich im städtischen Gewusel mit Blickkontakt und geht einfach immer davon aus, dass der andere sich reindrängen wird, egal was kommt. Dann klappt`s ohne Probleme.

Beispiele:

Vollbeladene Lkw von einem Feldweg kommend fahren gerne schön mit Schwung auf die Fernstraße auf, ohne zu Warten. Da hilft nur Ausweichen.

Vor einer Fahrbahnverengung ist es normal, dass einen ein vollbesetzter Bus noch schnell versucht zu überholen und 5 m vor der Absperrung rüber zieht. 

Es kommt häufig vor, dass die Rücklichter nicht gehen.  Abbiegen ohne Blinker und fehlende Bremslichter sind normal.   
Thema Blinker: 

Es ist unüblich zu Blinken. Einfahren auf Feldwege wird nicht angekündigt. Es wird auch nicht gebremst vorher. 

Geblinkt wird aber häufig wenn man hinter einem Auto nachfährt. Dann wird mal rechts mal links geblinkt. Beides kann heißen: "bitte überhol mich". Ganz einig sind sich die Fahrer nicht. Die Gesten im Straßenverkehr sind eben frei interpretierbar.

Fußgänger, speziell ältere mit Rauschebart, laufen ohne sich um zusehen über die Straße. Schließlich sind sie Familienoberhaupt und gewöhnt, dass sie Recht haben. 

An der Ampel wird sofort gehupt wenn man nicht bereits bei Gelb losfährt. Viele Ampeln zählen die Zeit rückwärts bis zur nächsten Phase. 4 Sekunden vor Gelb wird bereits losgefahren. 

Rote Ampeln werden oft ignoriert, speziell am Land. Wenn man selbst anhält bekommt der Hintere ein Problem, weil er nicht drauf gefasst ist, dass an der roten Ampel jemand hält als immer in den Rückspiegel schauen und dem Hintermann Platz zum Ausweichen lassen.

Es gibt aber auch gute Beispiele: 

Die Seitenstreifen sind meist so breit, dass dort die langsameren Autos, Mofas und Kutschen fahren. Wenn ein langsameres Fahrzeug ein von hinten fahrendes, schnelleres Fahrzeug ankommen sieht, wird ohne einfach  auf  das Bankett ausgewichen. 

Ein Auto will einparken. Plötzlich bekommt der Fahrer eine SMS. Er unterbricht sein Rückwärtsparken und schreibt seelenruhig seine Antwort. Alles steht, nichts geht weiter, keiner hupt.  Dabei kann er schon mal vergessen, dass er in einem Auto sitzt und dieses rollt dann einfach über die Straße.

Was ist das?: Ein Auto fährt mit 40 auf der kurvigen  Landstraße und drängelt nicht. 
Antwort: Fahrer versucht ohne Brille die SMS während der Fahr zu lesen.


Außergewöhnliche Regeln:

Im Kreisverkehr gibt es Ampeln - Achtung !

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Meist steht die erste Ampel im Kreisverkehr so ungünstig, dass man sie beim Abbiegen gar nicht sieht. Die zweite Ampel steht auf der gegenüberliegenden Seite. Es gibt aber keine Haltelinien. Die Einheimischen machen das Halten an den Ampeln vom Verkehrsaufkommen abhängig.

 Das beste am türkischen Verkehr ist, dass es außerhalb von Städten fast keinen gibt !! Aufgrund des Sprit-Preises fährt man auf dem Land auf nahezu leeren Straßen. Nur die Hauptverbindungsstrecken sind befahren. Meist jedoch von Lkws und den Dolmusch-Bussen.

 

Dolmusch-Busse:
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Sind Kleinbusse bis 10 Personen die im "Linienverkehr" regionale Verbindungen abdecken. Sie halten auf Zuwinken. Dann aber ohne Blinken! Sie starten auch wieder ohne zu Blinken. Die ruppigsten Fahrer sind Dolmusch-Bus-Fahrer. Sie wechseln ohne Ankündigung von ganz links nach ganz rechts, weil dort ein vermeintlicher Fahrgast läuft. Will der nicht mit, fahren sie einfach weiter ohne den nachfolgenden Verkehr zu beachten. 

Vor den kleinen, weißen Bussen mit schwarzer Motorhaube sollte man sich also immer hüten. Hotte hätte ein solcher Dolmusch einmal beinahe vom Bike geholt. 


 Verkehrskontrollen:

 

Finden häufig auf  Ausfallstraße statt. Radarkontrollen sind per Schild angekündigt. Meist steht ein weißes Auto oder ein Streifenwagen entgegen der Fahrtrichtung am Seitenstreifen und misst per Laser. Dann wird die Fahrbahn mit Pylonen verengt und kontrolliert. Alle Polizisten waren sehr freundlich, haben nur unsere Ausweise verlangt oder uns nur die Hand geschüttelt, begrüßt und gefragt wo wir heute noch hinfahren. Bakschisch wurde nie verlangt.

Häufig wird auch nur Ausschau nach dem "Gurt" gehalten. Dann kommt es in den Autos vor einem zu echten Akrobatik -Szenen, bei denen die Fatima oder Ayse schnell rüberklettert und dem Herrn des Hauses versucht den Gurt anzulegen.

 Straßenzustand:


Ein Thema, dass man eigentlich nicht erwähnen müsste. Aber der Zustand der meisten Straßen ist unterirdisch schlecht. Ausnahmen fanden wir nur in der Schwarzmeerregion. Wenn die Straße nicht mit Schlaglöchern übersät ist, dann mit Rollsplitt. Und das garantiert in jeder Kurve. Also aufgepasst.


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    Man muss der Ehrenrettung halber sagen, dass vor allem bei den Durchgangsstraßen viel neu gebaut wird. Außerdem wird scheinbar nun dazu über gegangen, den Teer etwas dicker aufzutragen. Die neuen Straßenabschnitte sind top.  Mit dem Zeigefinger brauchen wir nicht drauf zeigen. Denn seit der EU-Osterweiterung wurde dieser Belags-Standart aber auch bei uns in Deutschland eingeführt - aus Geldmangel.

    Bei den alten Teerdecken wird an Bergstrecken von den Lastern der Teer beim Bremsen vorne weg geschoben und aufgerissen.
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                     Dies sieht dann so aus:


 Man sieht wie dünn die Teerdecke ist - das ganze ist nicht ganz ungefährlich, weil weiche Erde unten drunter zum Vorschein kommt.  13785137315Zum Ausbessern wird einfach flüssiges Bitumen drüber geschüttet. Die Methode muss aus den USA übernommen worden sein, dort gießen sie Schweröl auf die unbefestigten Straßen, damit es nicht so staubt.

Häufig sind dann die  "Rettungsmaßnahmen"   nicht  sehr dauerhaft und die halbe Straße rutscht wieder aber. Viele aufgerissene Teerdecken werden dadurch saniert, dass der Teerlaster einfach mal eine Ladung Asphalt hinten raus kippt. Der Durchgangsverkehr wird das ganze dann schon glatt fahren. Dampfwalze oder Rüttelplatte ? - Fehlanzeige.
 Die Straßen werden häufig abschnittsweise saniert. Im Wechsel die rechte und die linke Fahrbahnhälfte, so dass man alle paar Kilometer auf die Gegenseite umgeleitet wird, wie man das bei deutschen Autobahnsanierungen kennt. Was man nicht kennt, dass es auf den Strecken kein Überholverbot gibt, bzw. ein solches ignoriert wird. Es kommen einem also auf der eigenen Spur Busse oder Laster entgegen. Achtung !

Dies kann aber auch einfach so auf einer vierspurigen Straße passieren. Sind nämlich die beiden entgegenkommenden Spuren mit Schlaglöchern übersät, wird kurzerhand auf die Gegenseite ausgewichen. Auch vor Kuppen - kein Problem. In schā'a llāh (so Gott will)

Das ganze ist also nichts für schwache Nerven.

Verständigung:

Erstaunlicherweise wird viel Englisch gesprochen. Man würde ja eher Deutsch erwarten. Trotzdem braucht man einen Mindestwortschatz auf Türkisch (Rechnung, Bezahlen, Danke, Bitte, Ja, Nein, Preis, usw.....) sonst geht gar nichts.

Verpflegung:

 Das landestypische Essen ist morgens Brot (Ekmek), Gurke, Tomate, Feta-Käse, Ei , Olive (bitter u. sauer ! wahrscheinlich nur Zierde.....). Frühstück heißt Kavalti.  

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                           Genau die richtigen Portionen für verfressene Biker ;-)

Für abends sieht man sich am besten nach den "Locantas" um. Dort ist es meist gut und preisgünstig, wo auch die Einheimischen essen. Üblich sind die verschiedenen Spieße (Sis) mit Lamm oder Huhn (Tavuk) oder Lammhackfleisch (Adana Kebab). Hähnchen-Döner heißt Tavuk-Döner oder Tavuk Kebab. Lammdöner heißt einfach nur Döner.  


Es gibt meist keine Speisekarte. Das Essen kann an der Theke besichtigt werden. Einfach etwas Auswählen. Eine Beilage ist üblicherweise dabei und muss nicht extra bestellt werden. Nach dem Essen gibt es immer Cay, meist auf Kosten des Hauses. 

In einigen Fällen hat es sich bewährt, vorher nach dem Preis des Essens zu fragen. Denn es kann schon mal sehr vom Preis des Üblichen Abweichen wenn man unbedarft einfach etwas bestellt. Meist waren die Wirte jedoch ehrlich und wir bezahlten nur in etwa das ortsübliche. Je nach Region, touristischer Gegebenheiten und Ausstattung der Kneipe zahlt man ca. 7-15 TL pro Person incl. Getränken, ohne Alkohol!. ( 3-8 Euro)

Sehr beliebt ist es am Nachmittag auf`s Land zu fahren und bei den Bratereien am Straßenrand sich direkt am Tisch etwas grillen zu lassen. Man bestellt die Kilogramm Fleisch, die man haben möchte und bekommt dieses zum Grillen mit einem Grill an den Tisch.
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Sehr empfehlenswert, lecker und günstig.

Eine Haken hat die Sache: der gemeinsame Verzehr von Fleisch wird nur von "Männerrunden" betrieben.

Tischmanieren:

Bezahlt wird am Schluss von einer Person. Es gibt nur “Komplettrechnungen”. Meist wird ein "Pauschalbetrag" festgelegt.  Bewegt sich dieser außerhalb des üblichen Rahmens kann man schon mal was sagen. Dann geht der Wirt die Sache nochmal durch und gibt evtl. noch einen Nachlass. 

Das mit "der unreinen linken Hand" wird nicht so genau genommen. Es wird auch mit der Linken gegessen. 


Bier oder Alkohol gibt es üblicherweise nicht in Gaststätten (außerhalb von Touristenorten). 

Nachfragen ist für den Wirt peinlich. Obwohl an jeder Ecke ein "Efes"-Laden existiert, will den Alkohol scheinbar niemand trinken. Efes ist als Bier übrigens sehr zu empfehlen.

Das Essen wird teilweise schon wieder abgeräumt,  bevor  man den Teller leer gegessen hat. Festhalten!! 

Auch die Getränke sollten immer in einem Zug ausgetrunken werden, sonst werden sie halbvoll einfach wieder mitgenommen. Gemütliche Kneipenrunden mit der Zeit zum Verdauen sind scheinbar nicht üblich. Das Essen wird oft hastig eingenommen und nach 15 Minuten verlassen alle schon wieder das Lokal. Nur beim Teetrinken bleibt man stundenlang sitzen. Allerdings bekommt man dann alle 10 Minuten einen neune Tee hingestellt. 

In ländlichen Regionen sieht man Frauen sehr selten bis nie als Gäste. 

Und da sind wir bereits bei einem weiteren Thema:


Reisen als Frau in der Türkei:

Aufdringliche Männer haben wir nicht bemerkt. Alle waren höflich und zuvorkommend. Auch beim Besuch von Gaststätten gab es kein "Entsetzen" wie z.B. in Marokko, dass eine Frau dabei ist. Allerdings ist die Wahl der Gaststätte nicht ganz einfach, da es viele reine Männer-Kaffees gibt, in denen es für Frauen sicher nicht angenehm ist dauernd angestarrt zu werden.

 
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Ein zweites Problem sind die Toilletten. In den meisten Gaststätten gibt es nämlich keine Damentoiletten, da es offensichtlich für das weibliche Geschlecht nicht vorgesehen ist dort zu verweilen. Viele reine Cay-Schenken haben sogar nur ein Pissoir. Wer also ein WC braucht, sollte die Tankstellen ansteuern, dort gibt es fast immer saubere Toilletten für Sie und Ihn.

 Meist gibt es nur Stehklos, wie z.B. in Frankreich. Sitztoiletten sind häufig nicht festgeschraubt - also Achtung! Außerdem ist Toilettenpapier natürlich nicht selbstverständlich, da die Rohre verstopfen und der gute Muslim eh` die linke Hand und den Eimer Wasser am Boden benutzt. 

Die Spülung wird  nicht mit einem Drücker sondern meist mit einem irgendwo im Raum montierten Wasserhahn geregelt - also nicht verzweifeln sondern suchen !


Das Bild zeigt eine
Luxusvariante eine Sitzklos.

Hier ist eine Art Bidet-funktion eingebaut, mit der man sich die linke Hand sauberer halten kann und keinen Becher braucht. Der Bidet-Schlauch im Sitzfaltenbereich wird mittels des kleinen Wasserhahnes unten im Bild aktiviert. Kleverer Schlosser ;-)) Dieses Modell gibt`s jetzt auch von Geberit. In Süd-Korea haben wir es auch schon gesehen. Dort wird es von Samsung hergestellt und hat Radio und Heizung eingebaut :-)

Lichtschalter sind übrigens häufig nicht an der vorhergesehenen Stelle sondern irgendwo im Raum, häufig in der Mitte der Wand zu finden.

Da sind wir schon beim nächsten Thema:

 

Hygiene

Schimmelpilz- und Hausstauballergiker sollten sich von der Türkei fernhalten :-)) Ist eh` nur was für Eisenbereifte !!

Die Beläge auf den Fliesenfugen haben  alle bisherigen  südamerikanischen Low-Budget-Behausungen getoppt. 


Um keine Wertung abzugeben und trotzdem zu informieren, hier nur ein paar Beispiele:

Selbst in 3-Sterne-Hotels kam es vor, dass benutzte Bettwäsche einfach nochmal straff gezogen wurde. 

Das Auge ist ja bekanntlich mit. In der Türkei ist dies scheinbar  nicht der Fall. Da die Gaststätten reine Männerbelegschaft hatten, waren die Tischgepflogenheiten entsprechend rustikal. Die Teller werden schon mal vor den Augen des Gastes von den Bröseln des Vorgängers befreit. Mit dem Lappen für den Tisch werden auch die Teller geputzt.  Das restliche Brot vom Nachbartisch wird  zwischen die anderen Scheiben am eigenen Tische gedrückt.

Gläser werden nur kurz unters Wasser gehalten, dann kommt neuer Cay rein. 

Man kann sich wunderbar amüsieren, wenn man das Gewusel in so einer Kneipe beobachtet und dabei den "Galgenhumor" bewahrt. In der Hoffnung selbst keinen Durchfall zu bekommen. Alle Männer springen rum, tun furchtbar wichtig, keiner weiß irgendwie so richtig, wie Kochen und Servieren funktioniert und gelernt hat es ja auch keiner.  Bei einem Spiel von Galata Sarai hielt unser Kellner dauernd sein Handy ans Ohr und lauschte live dem Spiel. Wir dachten er nimmt über dieses riesige Gerät die Bestellungen an. Den ganzen Abend hatte er nur eine Hand frei. Da fiel schon mal das eine oder andere runter.

Die Gaststätten sollte man nicht anhand der Toiletten beurteilen. Sonst würde man verhungern.

Hier ein Beispiel einer Toilette einer Gaststätte mit "hervorragender Köfte" ( laut Aussage des Wirtes)

Es gibt sie auch "ungemauert" mit Verkleidung aus blauer Plastikplane
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Die 70 Cent für einen Sanifair-Bon hätte man hier gerne investiert ;-)

Mit Beitritt in die EU müsste diese Kneipe sicher schließen - oder nicht? Gibt bestimmt “Übergangsregeln” bis 2100.

Umweltverschmutzung:

Von den vielen bereisten Ländern ist die Türkei bestimmt eines der schmutzigsten Länder. Zumindest was den Straßenrand und dem Umgang mit Abwasser und Abfällen betrifft. Absolutes Entwicklungsland + keinerlei Einsicht der Leute + völlige Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber. 

Alles wird aus dem Auto geschmissen. Ein Lkw-Fahrer hat uns erzählt, dass früher ganze Schafsladungen vom Laster gekippt wurden, wenn diese nicht am Markt verkauft wurden - während der Fahrt !!

In fast jeder Kurve türmen sich Abfallberge. Die Ausfallstraßen bestehen aus wilden Müllkippen soweit wie man eben fahren muss um noch eine freie Stelle zu finden.  Aussichtspunkte sind i.d.R. gleichzeitig Müllkippen.

Firmen laden alle Abfälle einfach auf das Nachbargrundstück oder in den Graben hinter dem Haus. Am Abfall kann man erkennen, was in einer Firma hergestellt wird. Wenn der Straßengraben voller Berge von Fliesen liegt, muss gleich eine Fliesenfabrik kommen. 

Die meisten Bäche bestehen aus Fäkalienabwässern  und Plastiktüten die sich an den seitlichen Büschen verfangen haben. Ein Naturparadies, welches die Türkei aufgrund der Lage und der einsamen Regionen eigentlich sein sollte, sieht anders aus.

Es scheint scheinbar auch niemanden zu stören, wenn sich in unmittelbarer Nachbarschaft  die Müllberge auftürmen. 

Hier ein Blick aus einem Zimmer eines neu renovierten  4-Sterne Hotel in Asni:

 
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Das gelbe Häuschen ist übrigens eine Reinigung. Im eigenen Gärtchen wachsen nur noch Blumen der Sorte Polyurethan und Polyethylen.

Hier ein Blick auf das Ufer des Naturschutzgebietes Gölü bei Bursa. Wir haben also nicht übertrieben in der Beschreibung unseres Tagebuches. 

 
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Hier ein Beispiel der im Tagebuch genannten Zuflüsse des Vansees:

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Autoreifen, Bauschutt, Abfall aller Art + Abwasser fließt in den See der selbst keine Abfluss hat.

 


 Hier ein Beispiel für Doppelmoral: 

An jeder Ecke kann man sich die Füße für`s Gebet waschen. Gleichzeitig ist der Boden auf dem diese Füße unterwegs waren gedemütigt vom Müll der Gleichgültigen die sich mehr um ihr Heil im Jenseits als um`s Diesseits und die dortige Nachwelt zu kümmern scheinen.
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Frömmigkeit:

Ist wie überall. Es gibt einen offiziellen Teil und die Realität. Fünf mal am Tag kommt aus allen Lautsprechern in ohrenbetäubendem Lärm der Aufruf des Muezzins zum Gebet. Während des Rufs werden alle anderen Radios leise gedreht. Die Leute, auch ältere mit weißen Bärten, halten sich dann das linke Ohr zu, weil sie sonst ihr Handygespräch nicht mehr verstehen. 

Sobald sich ein Haus an`s andere gesellt, kommt auch schon ein Türmchen mit Lautsprechern dazu. Und wenn dieser aus lauter Not aus Wellblech, Kanalrohren, Blechdosen oder sonst was zusammengezimmert ist - egal. “Ein Minarett muss her! “

 Das ganze erscheint einem eher als Form der Ehrfurcht und Angst vor moralischen Zwängen als tiefe Gläubigkeit.  Vieles wird mit dem Hinweis "man muss aufpassen - hier sind wir viele Gläubige Leute" entschuldigt. Klingt eher nach Zwang als nach eigener Überzeugung.

Wie in einem Land, welches kurz vor der Aufnahme in die Europäische Union (Sinnbild für Aufklärung, für Menschenrechte, für Humanismus) steht, fühlt man sich auf jeden Fall nicht. 

 

 

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