Vietnam-Radreise 2019

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die GPS-Daten der nördlichen Runde durch das Ha Giang-Gebiet gibt es hier 

Vietnam, allgemeine Infos:

Anreise erfolgte mit Singapur-Airlines. Das Fahrrad ist in der 30kg + 7kg-Handgepäck -Pauschale enthalten. Es kostet nichts extra. Man muss es nur rechtzeitig anmelden und entsprechend verpacken. Unsere Radtaschen

hatten wir wieder vom Ankunftsort zum Zielort per Post geschickt (ca. 10€).

 

Der Verkehr ist nur in den Städten heftig, wobei trotz dem vielen Gehupe große Rücksicht genommen wird. Auf den kleineren Straßen ist man alleine unterwegs. Die Autobahnen und Hauptverbindungsstrecken sind natürlich echte

Todeszonen. Lkw und Busse fahren links. Überholt wird rechts, was natürlich dazu führt, dass so ein Radfahrer keine Chance hat. Auf mehrspurigen Straßen gibt es rechts eine Spur für Roller und Radfahrer. Regeln wie rechts vor links o.ä. gibt es scheinbar nicht. Es wird drauf los gefahren. Verständigt wird sich mittels Hupe. Je weiter man Richtung China kommt desto rücksichtsloser wird die Situation an Kreuzungen.

Die Steigungen sind moderat, der Belag meist gut. Schlaglöcher gibt es, allgemein sind die Straßen aber in gutem Zustand. Nach Regenfällen können die Schotterstraßen zur Schlammpiste werden.

Unterkünfte gibt es ausreichend, wenn auch teilweise in lausigem Zustand. In kleineren Ortschaften gibt es oft nur Fernfahrerhotels. Ein Bett, ein Klo, 5-10€. In Orten mit Instagram-Hotspots gibt es viele Backpacker und

dementsprechend viele Hostels. Wegen der Bettwanzen und der ständigen Selfie-Selbstverliebtheit dieser Leute, haben wir Hostels gemieden. Auf Agoda.com gibt es ein großes Angebot an Zimmern, manchmal weiß der Wirt aber gar nichts von der Buchung. Einfach hinfahren und fragen ist effektiver. In Hotels wird fast immer englisch gesprochen. Notfalls auch mal mit einer Übersetzungs-App. Sehr schön sind die Homestays, wobei man aufpassen muss, dass man nicht in einem Schlafsaal (Dorm) mit Fliegengittern landet. Schön wenn man alleine ist, Horror wenn eine Reisegruppe einfällt. Wenn man aus deren aufgeschwollenen Gesichtern morgens schließen darf, sind die Nächte in den Dorms nicht sehr erholsam. 

 

Zu Essen gibt es an jeder Palme. Man darf allerdings nicht wählerisch sein. Die Vietnamesen essen ein Tier mit Haut und Haar und so landet es auch im Topf, aus dem dann der Kopf als Krönung aus der Suppe starrt. In den Backpacker-Orten wird eher dem touristischen Geschmack angepasst, Filetiertes zubereitet. Aufgrund der steigenden Nachfrage auch vegetarische Gerichte. Mit vietnamesich am Land hat das meist nichts zu tun. Hier ein paar Bilder vom original VN-Essen. In größeren Restaurants und natürlich den vielen Tourikneipen gibt es sehr leckere Gerichte für jeden Geschmack und Geldbeutel. Es gilt: you get what you pay for.

Für unterwegs empfielt sich jeden Morgen am Markt ein paar Ananas oder Bananen einzupacken. Hin und wieder gibt es kleine Stände

mit Baguette, mit allerdings sehr zweifelhaften Belagen. Die einfachste und überall erhältliche Speise ist die Pho (Suppe) mit viel Koriander, Nudeln und Huhn oder Rind. Gibt Kraft und viel Flüssigkeit. Vor Durchfall oder

Übelkeit braucht man keine Angst haben. Notfalls eine Coke hinterher, und: ab 70 Grad Celsius stirbt jeder Keim. Wir hatten keine Probleme, wobei wir schon immer und überall alles essen, weshalb wir wahrscheinlich bisher auch vor allerlei urbaner Modekrankheiten verschont geblieben sind.

 

Ersatzteile bekommt man häufig in den vielen Rollerwerkstätten. Wenn die das passende Teil nicht haben, fahren sie schnell zu jemandem der eines hat. Ist im Preis inclusive. Gängige Radgrößen sind leider häufig nur 20" für

Kinderfahrräder. Alles andere ist aber durchaus zu bekommen. Auf der Openvelomap sind sogar einige Radläden eingezeichnet.  Wir haben uns diese POIS in die Karten für das  Navi übertragen.

 

Bustransporte lassen sich sehr leicht managen. Einfach der Unterkunft Bescheid geben, die rufen dann einen Bus, der einen abholt.  Ist das Rad kostenlos, sollte man für den Fahrer ein gutes Trinkgeld parat haben. Ansonsten

gilt: das Rad kostet ca. 20-30% des Fahrpreises. Es gibt sog. Schlafbusse mit ca. 20 Passagieren in denen man sich ausstrecken und liegend schlafen kann. Für Handgepäck ist im Bus aber fast kein Platz. Unterwegs wird, je nach Streckenlänge mehrfach gehalten und man kann Essen und Trinken. Die Busse sind sehr pünktlich. Bei der halsbrecherischen Fahrweise der Busfahrer sollte man vorher unbedingt etwas für ein gutes Karma gemacht haben.