Island (1990)   Bilder gibt es hier
Allgemein:  Island122

Für Mountain-Biker gibt es eigentlich kein besseres Land als Island, weil es nahezu keine Teerstraßen gibt  (Stand 2011: 95% der Ringstraße sind geteert). Außer man fährt auf der Ringstraße um die Insel herum. Das große Abenteuer winkt aber bei den Inlandsdurchquerungen. Wir fuhren 2x quer hindurch. Zunächst durch die Kjölur und auf dem Rückweg durch die Sprengissandur. Die Kjölur ist machbar und auch sehr beliebt bei Radlern. Es gibt immer wieder Campingmöglichkeiten- bzw.  Campingplätze und die Gesamtstrecke hält sich in Grenzen. 

Bei der Sprengissandur ist dies anders. Man ist auf den 200km, je nach Kondition 4-7 Tagen alleine auf sich gestellt. Unterwegs gibt es die eine oder andere Nothütte, mehr nicht. Zumindest damals nicht. Die Route ist sehr anstrengend und geht auf die Moral. Wenn man es hinter sich hat kann man aber vor lauter Stolz tagelang nicht mehr ruhig sitzen. Faszinierend sind die endlosen Geröllfelder und viele wilde Flussdurchquerungen. 

Damals gab es noch keine Aluräder, keine 29er, keine Fullys, kein GPS.....und wir haben  es trotzdem geschafft. Es gab noch nicht einmal eine Federgabel für vorne!


 
Ausrüstung:
Island120
Empfehlenswert sind wasserdichte Kleidung und vor allem Neopren-socken. Damit kann man die vielen Furten durchfahren und bekommt keine kalten Füße. 

Außerdem wichtig: lange Heringe für das Zelt. Es weht vor allem im Bereich der Eisfelder des Vatnajökull ein eiskalter Fallwind in den Abendstunden der einen bereits nachmittags zum "Aufgeben" zwingt. Fahrradfahren ist unmöglich - zumindest wenn man in die falsche Richtung will. Dann ist Zelt-aufbauen angesagt. In einem Land ohne Bäume und Windschatten. Deshalb empfehle ich große, stabile Sandheringe mitzunehmen. Denn das Gelände besteht oft aus losem Splitt und darin hält ein "Rockpin" oder ähnliches nicht richtig, so dass man bei dem starken Wind Probleme bekommt. Wir behalfen uns damals mit großen Steinen die wir zusätzlich auf die Heringe legten. Das tut den Schnüren jedoch auf die Dauer nicht besonders gut.

Es empfiehlt sich auch eine 25m lange Leine (Kletterseil oder dünner) mitzunehmen um bei den Flussdurchquerungen eine gewisse "Sicherung" dabei zu haben. Die Furten sind unterschiedlich tief. 70 cm dürfte bei uns damals das tiefste gewesen sein. Die Schilder vor Ort empfehlen zunächst einen Probelauf zu machen bevor man mit dem Fahrzeug in den Fluss fährt. Viel Spaß ;-))

(Ergänzung 2011: oft sind unter den Warnschildern kleine Holztäfelchen montiert auf er die "Ideallinie" für das Durchfahren aufgezeichnet ist. I.d.R ist die flachste Stelle flussabwärts leicht sichelförmig, wobei die Sichel  flussaufwärts zeigt.)
 

Hatte damals einen Hutchinson-Reifen (1.95) aufgezogen. Da wir keine Federung hatten fuhren wir mit weniger Luft, was zur Folge hatte, dass sich die Karkasse auflöste. Der Reifen wurde innen getapet und mit Zwirn genäht. Hat gehalten. Im Supermarkt in Husavik gab es dann einen neuen (Kaufhaus-)Reifen.


 
Verplegung:

 Island 048

Island ist leider kein kulinarisches Highlight. Zudem ist es nicht ganz billig. In den kleineren Orten kann man sich aber, mit Abstrichen, zu zivilen Preisen die Grundnahrungsmittel kaufen. In Kombination mit den überall wachsenden , riesigen Pilzen (Steinpilze und Rotkappen) kann man sich ganz leckere Gerichte zaubern. Am besten man nimmt sich ein passendes Pilzgewürz von zu hause mit. 

Das Wasser ist aus nahezu jedem Fluss trinkbar, wenn nicht gerade ein Campingplatz oberhalb angesiedelt ist. Einen Filter mitzunehmen schadet trotzdem nicht.  

Ergänzung 2011: mit fallendem Kurs der Krone kann man sich nun ganz ordentlich verpflegen ohne an der Kasse in Ohnmacht zu fallen. Obst sollte man aber trotzdem meiden. Nicht nur weil es meist nicht dem gewohnten Standart von zuhause entspricht. Da es auch für die Isländer zu teuer ist liegt es oft lange in den Regalen.

 
Lustiges:

In Island lernten wir zwei Bremer kennen, die ihren Wasservorrat aufgebraucht hatten. Wir hatten uns an einem kleinen Weiher , den auch die Schafe nutzten Wasser herausgefiltert und Tee gekocht. Die Jungs bekamen von uns Wasser und waren Dankbar nicht das Wasser aus dem Weiher nehmen zu müssen.....Wir wurden dicke Freunde !! Island080

Einer der beiden hatte so viel Ausrüstung bei sich, dass sie sich noch bei der Ankunft am Flughafen entschlossen einen Teil der Ausrüstung (Ersatzzelt u.a.) in einer Wiese zu  vergraben. Nach 6 Wochen kamen sie an den Flughafen zurück und fanden ihr gegrabenes Loch nicht mehr , es war zugewachsen. Das "Zweit"-Zelt liegt noch heute dort.

In Husavik habe ich einen Kabeljau gefangen. In der Küche des Campingplatzes zerlegte Hotte den Fisch im Waschbecken. Die Gedärme lagen dann im Becken und daneben die Spagetti zweier Mädels aus Deutschland. Sie verließen die Küche und hatten keinen Appetit mehr.

Dann sprach ein Schweizer unseren Bremer-Freund an und sie unterhielten sich über Kohlenhydrate und die Ernährung beim Radfahren. Da sie sich fast nicht verständigen konnten, fragte der Schweizer irgendwann: “what language do you speek?” Der Bremer antwortete: “German.....na Deutsch natürlich !”

website design software